Aufklärungspflichten
des Auftragnehmers gegenüber einem/r Auftrageber:in

(Zu Gunsten der Lesbarkeit wurde im Text die maskuline Form verwendet, es beziehen sich die Angaben jedoch auf alle Geschlechter.)

Nachstehend haben wir die wichtigsten Grundlagen zusammengestellt welche Handwerksunternehmen, insbesondere Betriebe der Sicherheitsbranche, möglichst vor unerwarteten Haftungsansprüchen schützen sollen.

Grundsätzlich:
Zweck der Aufklärungspflicht ist es, dem Vertragspartner Klarheit über ihm unter Umständen drohenden Risiken und Gefahren zu verschaffen, die er aufgrund seiner eigenen Sach- und Fachkunde allein nicht erkennen oder richtig einzuschätzen vermag.
[Verweis auf: BGH NJW-RR 1987. 644]

Allgemein:
Der Unternehmer ist zur umfassenden Aufklärung und Beratung hinsichtlich aller Umstände verpflichtet, die sich auf das (betreute) Gewerk selbst beziehen, insbesondere auch die Planung und die zu erwartenden Kosten. Die Pflichten des Unternehmers zur Aufklärung und Beratung bei Abschluss eines Werkvertrags richten sich nach den Umständen des Einzelfalls, insbesondere dem Beratungsbedarf des Auftraggebers und dem Fachwissen des Unternehmers, von dessen Vorhandensein in erforderlichem Umfang der Auftraggeber ausgehen kann.
[Verweis auf: BGH, NJW, RR 1996/789 (791)]

Zusammengefasst:
Der Unternehmer hat die für die Herstellung und Betreuung eines Werkes die nötigen Kenntnisse, welche ihm in der Regel einen Wissensvorsprung vor der Auftragsvergabe und während der Auftragsausführung /-betreuung verschaffen. Grundsätzlich hat daher der Unternehmer den Auftraggeber über alle Umstände aufzuklären, welche dieser nicht kennt, deren Kenntnisse aber für seine Willensbildung und Entschlüsse bedeutsam sind.
[Verweis auf: Plalandt-Sprau, BGH, 70. Auflage. §631 Rn. 14]

Bestehende Wartungsveträge:
Fürsorglich sei darauf hingewiesen, das insbesondere bei einem bestehendem Wartungsvertrag für Gefahrenmeldeanlagen die umfassende Aufklärungspflicht für die Dauer des Wartungsvertrags anhaltend beinhaltet ist. Hierbei sind insbesondere vom Hersteller freigegebene Firmware-Updates für die GMA sowie dem AWUG unaufgefordert, spätestens im Zuge der nächsten Wartung nach Freigabe eines Firmware-Updates, einzupflegen.

Vorbeugung:

Verweigert der Kunde Ihnen gegenüber die Ausführung einer z.B. sicherheitsrelevanten Empfehlung bzw. ein Firmware-Update, empfehlen wir eindringlich sich diese Verweigerung, aus Haftungsgründen, schriftlich bestätigen zu lassen.
Es ist aus juristischer Sicht stets zu beachten: Der Auftragnehmer ist die Fachkraft - nicht der Auftraggeber!

Die Erfahrung lehrt:
Ein kleines Schriftstück, insbesondere in der Sicherheitsbranche, kann irgendwann eine unermessliche Hilfe leisten.

Es gilt:
Vorbeugen ist einfacher als Heilen!

Nutzen auch Sie die über 40-jährige Fachkompetenz von SVBD mittels einem kostengünstigen Beratervertrag.