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Warendiebtahl von Mitarbeiter
Errichterbetrieb muss Sozialbeiträge nachzahlen.

 

Was ist geschehen:
Ein Mitarbeiter eines Errichterbetriebes verkaufte auf einer Versteigerungsplattform nicht unerhebliche Artikel der Sicherheitsbranche. Die Artikel wurden ausschließlich als "Privatverkauf" und unter Ausschluss von "Gewährleistung" bzw. "Garantie" veräußerst.

Die Finanzbehörden wurden auf Grund eines Hinweises aktiv und im Zuge der Ermittlungen wurden unter Berufung auf §259 StGB die Strafverfolgungsbehörden eingeschaltet.

Auswirkung:
Am Ende der Ermittlungen stand fest, dass der Mitarbeiter die Waren (zumindest größtenteils) bei seinem Arbeitgeber entwendet hat. Dieser hat den Mitarbeiter auf Grund des nachgewiesenen Diebstahl fristlos gekündigt, von einer Strafverfolgung (keine Anzeige wegen Diebstahl) jedoch abgesehen.

Auswirkung auf den Errichter:
Da der Mitarbeiter die bei der Versteigerungsplattform angebotenen Artikel aus dem Betrieb seines Arbeitgebers entwendet hat und dieser auf eine Strafverfolgung verzichtete, wurde demselben seitens dem Finanzamt konkludentes Verhalten unterstellt.

Ergebnis:
Der Mitarbeiter hat durch das konkludente Verhalten des Arbeitgebers bzgl. der bei der Versteigerungsplattform vertriebenen Artikel einen geldwerten Vorteil erhalten. Durch die daraus resultierende Lohnsteuerprüfung musste der Arbeitgeber für den geldwerten Vorteil rückwirkend die anteiligen Sozialbeiträge (Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil) entrichten. Alles was bzgl. der Nachzahlung von Sozialbeiträgen älter als drei Monate ist, kann gegenüber dem Arbeitnehmer nicht mehr geltend gemacht werden und muss somit vom Arbeitgeber uneingeschränkt (AG- und AN-Anteil) getragen werden.

Die Folgen:
Das Finanzamt hat den "Umsatz" des Mitarbeiter rückwirkend geschätzt und das Ergebnis wurde nach der Lohnsteuerprüfung zur Berechnung der durch den Arbeitgeber abzuführenden Sozialbeiträge herangezogen. Ob der Arbeitgeber den Arbeitnehmeranteil der Sozialbeiträge für die letzten drei Monate beim (ehemaligen) Mitarbeiter eingeklagt hat, ist nicht bekannt.

Konsequenz:
Es "kann" für Arbeitgeber durchaus ein teures Unterfangen werden, wenn Warendiebstahl /-unterschlagung von Mitabeitern nach Verdachtkenntnis nicht konsequent verfolgt wird.

Lehre:
Augen auf, und kontrollieren ob Mitarbeiter Waren aus dem Unternehmen bei z.B. Versteigerungsplattformen veräußern. Wie man solche Kontrollen stichartig und dezent durchführt können Sie von Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erfahren.